Ab der ersten Seite war ich weg. Vollständig in Imogens Welt versunken, kein Zurück. Ich meine ein Enemies to Lovers mit SIRENEN!! Freunde, was will man mehr?
Was mich dort erwartet hat und warum das Buch mich gleichzeitig begeistert und ein kleines bisschen frustriert hat? Das erfahrt ihr jetzt.
Darum geht es in „Das Lied der Tiefe“ von Kalie Cassidy
Achtung: könnte Spoiler enthalten.
Offiziell ist Imogen Nel das Mündel des Königs – in Wahrheit lebt sie eher als seine Gefangene. Wird als Leibeigene missbraucht, ständig beobachtet, muss an seltsamen Ritualen teilnehmen und dabei irgendwie ihr Geheimnis bewahren: Sie ist eine Sirene. Und die werden von dem König und seiner Armee gnadenlos gejagt. Als sie kurz vor einer arrangierten Ehe mit dem Kommandanten der königlichen Armee steht, bricht ihr Kartenhaus zusammen.
Doch dann taucht Theodore auf, der mysteriöse König des Nachbarreiches, der Imogen nicht nur rettet, sondern ihr auch zeigt was ihre Magie kann, wie sie funktioniert, wie sie sie kontrollieren lernt. Denn Theo weiß genau, was Imogen ist. Und dass er sie braucht, um sein Königreich vor einer weitaus größeren Gefahr zu bewahren, als es die Sirenen je sein könnten.
Die Tropes dieses Buches sind: Enemies to Lovers, Forced Proximity, Secret Identity, Slow Burn, Who did this to you, He falls first

Details zum Buch
Titel:Â Das Lied der Tiefe
Originaltitel: In the Veins of the Drowning
Format: Gebundenes Buch
Band 1 von 2
Autor:Â Kalie Cassidy
Verlag:Â Heyne
ISBN:Â 978-3-453-27554-6
Seitenzahl:Â 416
Erstveröffentlichung: 15.10.2025
Preis: 24,00 €
Bezugsquelle:
Meine Meinung zu »Das Lied der Tiefe«
Ein Wiedersehen mit dem Immergleichen – und genau deshalb besonders
Ich weiß gar nicht so richtig wo ich anfangen soll.
Das Buch verbindet so geschickt Elemente aus verschiedenen Fantasy-Sub-Genres, die man so eigentlich in dieser Kombi noch nicht kennt, dass es mich echt überrascht hat. Es fängt schon damit an, dass die Sirenen Flügel haben.
Damit erschafft Kalie Cassidy eine Welt die neu aber auch gleichzeitig wahnsinnig vertraut ist.
Eine Welt die liebevolle Momente hat aber gleichzeitig schon von der ersten Seite an wahnsinnig düster ist und bedrohlich wirkt. Diese düstere Atmosphäre ist aber nie erdrückend. Sie ist spannend, mysteriös, teilweiße fast schon poetisch. Ein bisschen wie bei Game of Thrones.
Was Katie Cassidy besonders gut gelingt: Sie verknüpft Handlung und Beziehungsentwicklung so geschickt, dass das Buch phasenweiße sowohl character-driven als auch plot-driven wirkt. An manchen Stellen hatte ich das Gefühl, sie wollte sich gar nicht entscheiden – und das war genau richtig so. Sie hat es so gut durchdacht, dass sie es schlicht nicht musste.
Und das liegt vor allem am Schreibstil. Das Buch wirkt durch seine bildhafte Sprache geradezu lebendig, die Geschichte strahlt eine Stimmung aus, die einen nicht mehr loslässt. Die Handlung startet nahezu sofort und verliert dieses Tempo im weiteren Verlauf eigentlich nie wirklich. Entweder der Plot wird vorangetrieben oder die Charakterentwicklung.
Ein Pageturner im wahrsten Sinne des Wortes. Man fliegt regelrecht durch die Kapitel. Ich habe die 416 Seiten gefühlt inhaliert.
Durch diese Schnelligkeit fehlt den Charakteren anfänglich etwas an Tiefe. Man springt von Action zu Action, ohne wirklich Zeit zu haben, tief in die Figuren einzutauchen. Es dauert bis man sie wirklich kennen lernt. Bis man sich für die Figuren selbst interessiert und nicht nur, für das was ihnen grade passiert. Aber sobald es soweit ist schreitet auch die Charakterentwicklung wahnsinnig schnell voran. Am Anfang drehen sie sich noch oft im Kreis. Imogen hat Angst durch Theo in eine neue Art Gefangenschaft zu geraten, will ihm nicht vertrauen und Theo ist von Anfang an ein klein wenig zu fixiert auf Imogen. Es gibt viele sich wiederholende innere Monologe die ein wenig zu sehr auf dem Konflikt rumreiten. Ihn größer machen, als er sich beim Lesen eigentlich anfühlt. Als er eigentlich ist.
Das hinterlässt kleine Stolpersteine. Gerade, weil die Handlung ansonsten so rasant voranschreitet. Zwei Schritte vor, einer zurück. Man hält es für geklärt und dann taucht es doch plötzlich wieder auf. Nicht wirklich nervig, aber eben unnötig.
Mir gefällt das Buch trotzdem wahnsinnig gut. Wollte es gar nicht aus der Hand legen. Hab mitgefiebert und gelitten. Bin einigen falschen Fährten gefolgt und war bei einigen offensichtlichen Dingen, noch immer schockiert, dass es tatsächlich passiert.
Der Cliffhanger am Ende hat mich erwischt. Richtig erwischt.
Ich schaue viel zu oft, wann die Übersetzung vom nächsten Band raus kommt, damit ich es direkt bestellen kann.
Klare Leseempfehlung von mir.


