A Steeping of Blood – Hafsah Faizal

Der erste Band konnte mich eigentlich nicht wirklich überzeugen – hat mich aber auch gleichzeitig nicht mehr los gelassen. Mit „A Steeping of Blood“ konnte mich Hafsah Faizal besser abholen.

Darum geht es in A Steeping of Blood

Achtung, könnte Spoiler enthalten:

Nach dem blutigen Massaker an der Presse herrscht auf den Straßen von Ettenia das absolute Chaos: Menschen und Vampire verschwinden spurlos, Jin ist ein Vampir, Arthie kämpft mit ihrer Vergangenheit und all das während die Männer des Widders auch noch Jagd auf die Crew machen. Der Monarch hat Arthie Casimir und ihrer Crew alles genommen. Was bleibt ist eine unbändige Lust auf Rache. Und Rachedurst will bekanntlich gestillt werden.

Bewaffnet mit dem geheimnisvollen Kassenbuch des Widders, schmiedet die Crew einen riskanten Plan. Um die dunklen Machenschaften des Regenten zu entlarven, reisen die Freunde über das Meer nach Ceylan, in Arthies alte Heimat. Dort hoffen sie, nicht nur die vermissten Vampire zu finden, sondern auch Jins Eltern aufzuspüren. Und all das, bevor der Widder eine seltsame Feier für die ermordeten Journalisten veranstaltet.

Die Tropes sind: Untergrund Gang, Vampire, Found Family, Revenge, Dress to Impress, Slow Burn.

Details zum Buch

Titel: A Steeping of Blood
Gelesenes Format: E-Book
Band: 2 von 2
Autor: 
Hafsah Faizal
Verlag: Knaur
ISBN: 978-3-426-44865-6
Seitenzahl: 464
Erstveröffentlichung: 01.12.2025
Preis: 22 €
Meine Bezugsquelle: Netgalley Rezensionsexemplar

Rezension zu „A Steeping of Blood “

Ich habe ein kostenloses Rezensionsexemplar vom Verlag erhalten und gelesen. Wie immer lasse ich mich dadurch aber nicht in meiner Bewertung beeinflussen und teile meine ehrliche Meinung mit euch.

Spannender Einstieg, seltsames Ende

Der erste Band „A Tempest of Tea“ hat mich noch mit gemischten Gefühlen zurück gelassen. Das Buch war so viel politischer als ich vermutet hätte. Und auch das zweite Buch dreht sich um Rassismus, Kolonialismus, Ausbeutung von Minderheiten, Hass, Angst und Schrecken. 

Keine einfachen Themen für einen gemütlichen Abend auf der Couch. 

Während mich das im ersten Buch noch wahnsinnig überrumpelt hatte, holt es mich deutlich besser ab. Ich kenne die Politik, ich kenne das Land, ich kenne die Lebensrealität der Charaktere. Und ich fiebere mit, freue mich auf die heimliche Rebellion – will, dass sie in Zukunft ein besseres Leben haben können. Und will ein Teil davon sein. 

Das erste Buch war schwer zu greifen. Ich hatte oft das Gefühl nicht richtig zu wissen was passiert. Als hätte ich etwas verpasst. Das habe ich hier nicht. In diesem Band kommen alle Mitglieder der Crew zum sprechen. Wir erleben jedes Kapitel abwechselnd aus der Sicht von Flick, Arthie oder Jin – während die Geschichte immer weiter vorangetrieben wird. Dadurch bedingt sind einige Handlungsstränge etwas hektisch und durcheinander. Das gefällt mir. Beim lesen habe ich dadurch das Gefühl selbst unter Stress zu stehen, was zu der Stimmung im Buch passt. 

Die Handlung selbst ist deutlich weniger spannend als beim Vorgänger. Hier tragen die Figuren die Geschichte. Die ich deutlich greifbarer und vielschichtiger als zuletzt fand. Fast schon sympathisch. Alle tragen ihre eigenen Päckchen, Gefühle und Probleme mit sich rum – und alle lernen daran zu wachsen und sich gegenseitig auf einer neuen Ebene zu verstehen. Das ist der Inbegriff von Found Family. 

Insgesamt ist es ein Buch das ich gern gelesen habe, das mich jedoch nicht komplett in seinen Bann ziehen konnte. Ich konnte mich nicht fallen lassen und einfach nur genießen. 

Ich komme mit dem Schreibstil der Autorin nicht gut zurecht. Er ist zu sacht, zu wenig beschreibend und gleichzeitig sehr poetisch. Er ist anklagend und rau aber gleichzeitig zu lieb. Er ist direkt und im nächsten Moment, musst du doch wieder zwischen den Zeilen lesen. Er fühlt sich wechselhaft an. Als würde die Autorin sich zügeln. Als wöllte sie klar machen, dass sie ernste Themen aufgreift, aber nicht zu wütend dabei werden. 

Die schönsten Zitate aus „A tempest of tea“

Nichts. Nichts hielt sie davon ab. Sie war Arthie Casimir, und sie nahm sich, was sie wollte, ganz egal, was ihr im Weg stand.

Matteo Andoni wählte die Farben für seine Gemälde oftmals nach seiner Gemütslage. Seit Jahren waren sie immer düsterer und verzagter geworden, denn er verband Farbe mit Schönheit, und in dieser Welt voller Zerstörung fiel es ihm immer schwerer, Schönheit zu entdecken.

Arthie schuldete niemandem irgendetwas – außer vielleicht ihren Feinden die Vernichtung.

Zahllose, anständige Frauen tunken Kekse in ihren Tee, während sie sich ausmalen, wie sie ihre Gatten zerstückeln. Niemand ist nur eines.

„Eine Lüge lauter zu wiederholen, macht sie auch nicht wahrer“, sagte Jin gelassen.

Sie gehörte nirgendwohin und das war ein wirklich einsamer Ort.

Alles hat seine Zeit, auch ein Kampf, hatte Jin doch einmal gesagt. Und das hier war der richtige Zeitpunkt, um zu kämpfen.

Du und ich, wir wurden für Ärger geschaffen, versuchte er ihr noch mit einem letzten Blick zu sagen, ehe die Dunkelheit ihn verschluckte und er fortgezerrt wurde.

Er starrte zurück. Was sollte er sonst tun? Seine Zunge verweigerte ihm den Dienst, sein Hirn hätte eh keinen verständlichen Satz formulieren können und seinn Herz weinte viel zu laut.

Ein Zuhause bestand schließlich nicht aus irgendwelchen Wänden, in denen man wohnen konnte. Es ging um die Personen, die einen umgaben.

Arthie seufzte. Vampire waren eben Vampire. Man hatte sie in Särge gesperrt, ihnen geheimnisvolle Substanzen gespritzt und sie wie Leute zweiter Klasse behandelt, aber natürlich gehörte auch ein schlechter Modegeschmack mit auf die Liste der Verbrechen.

Lesereihenfolge

  1. A Tempest of Tea – Ein Hauch von Tee und Blut
  2. A Steeping of Blood – Ein Hauch von Tee und Rache

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