Ich bin der absolut felsenfesten Überzeugung, dass Bücher uns finden, genau dann zu uns kommen, wenn wir sie brauchen. Wenn wir bereits für sie sind.
Ich habe es schon so oft erlebt: Ein Buch, das ich voller Vorfreunde gekauft habe, unbedingt lesen wollte, und jedes mal wenn ich es in die Hand genommen habe, um es anzufangen, fühlt es sich plötzlich falsch an. Und Monate später greife ich zufällig danachund plötzlich trifft es genau den richtigen Nerv.
Genau so ging es mir auch mit How Are You, Really?
Um ganz ehrlich zu sein: Diese Art von Büchern interessiert mich eigentlich gar nicht. Ich lese keine klassischen Selbsthilfebücher. Im beruflichen Kontext manchmal ein Ratgeber, aber eben nicht so Bücher. Dieses Buch wäre wahrscheinlich niemals in meinem Regal gelandet, hätte mich die Pinterest-Werbung dafür nicht so hartnäckig verfolgt. Irgendwann konnte ich einfach nicht mehr aufhören, an dieses Buch zu denken. Also durfte es einziehen.
Wie ich es finde, verrate ich euch unten.
Darum geht es in „How are you really“ von Jenna Kutscher
In „How Are You, Really?“ geht es um die große Frage, was du eigentlich wirklich vom Leben willst.
Wie stellst du dir dein Traumleben vor? Lebst du es? Was machst du wirklich gerne? Was macht dich wirklich glücklich? Wie oft nimmst du dir Zeit für diese Dinge? Wer bist du Abseits vom Leistungsdruck? Wer bist du, wenn du nicht die Erwartungen von anderen erfüllst? Was ist dein wahres Selbst? Wie sollte dein Leben aussehen, dass nicht nur instagrammable aussieht, sondern sich wirklich von innen heraus richtig anfühlt?
Details zum Buch
Titel: How Are You, Really?: Living Your Truth One Answer at a Time Format: Gebundenes Buch Einzelband Autor: Jenna Kutscher Verlag: Dey Street Books ISBN: 978-006-322-1956 Seitenzahl: 317 Erstveröffentlichung: 28.06. 2022 Preis: 13,99 € Bezugsquelle:
Meine Meinung zu »How are you, Really?«
Wie ein ehrliches Gespräch mit einer engen Freundin
Zum Jahreswechsel hatte ich eine Phase, in der ich mich viel mit mir selbst beschäftigt habe. Viel reflektiert, viel hinterfragt habe. Ich hatte diese Gefühl, das man hat, wenn man weiß etwas ändert sich grade, aber noch nicht so richtig weiß in welche Richtung und inwieweit genau. Dieses Gefühl von Vorahnung und gleichzeitig dieses ungewisse. Man merkt, man bewegt sich, aber kann gleichzeitig noch nicht greifen wohin eigentlich.Â
Und genau da habe ich dann eben zu diesem Buch gegriffen.Â
How Are You, Really? ist im Grunde genau das, was man von einem Ratgeber erwartet.
Es geht darum, sich immer wieder selbst zu hinterfragen: Ist das, was ich gerade tue, noch das Richtige für mich? Wie geht es mir wirklich damit? Will ich das wirklich? MUSS ich das wirklich?Â
Nichts in diesem Buch war für mich neu.
Genau diese Fragen habe ich mich sowieso bereits gestellt. Und trotzdem hat mir es mir unglaublich gut gefallen. Normalerweiße spricht man nicht mit anderen darüber, wenn man sich in so einer Phase befindet. Man ist zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Obwohl man oftmals genau zu dem Zeitpunkt eine Person in seinem Leben bräuchte, die einem vermittelt „alles normal, mach dir kein Stress.“
Das war dieses Buch für mich.Â
Beim Lesen hatte ich das Gefühl, nicht allein mit diesen Fragen nach dem Sinn des Lebens und meinen Gedanken zu sein. Und gleichzeitig fühlte es sich an, als würde mir jemand die Erlaubnis geben, nicht nur darüber nachzudenken, sondern auch danach zu handeln. Das ich die Dinge, die sich grade in meinem Kopf zusammenbrauen annehmen darf und mein Leben nach diesen neuen Erkentnissen ausrichten darf. Ich darf abrennen und neubauen.Â
Das Buch fühl sich an wie ein bisschen Deeptalk mit einer Freundin.
Du lernst bei diesem Gespräch nichts was du nicht bereits davor über deine Freundin wusstest, aber man kommt sich trotzdem näher. Durch geteilte Erfahrungen. Ehrliche Gespräche. Es fühlt sich auch ein bisschen an wie eine Umarmung während du mit einer Reihe ehrlicher Fragen gelöschert wirst, wie sie dir nur deine beste Freundin stellen darf. Weil sie unangenehm sind. Weil sie einen daran erinnern, was im eigenen Leben wirklich zählt. Und weil das manchmal einfach nicht das ist, wie man aktuell sein Leben ausrichtet.Â
Was ich besonders mochte, ist die Balance zwischen Inspiration und Praxis. Das Buch ist nicht nur Ratgeber sondern auch Antreiber. Okay, okay, lass mich das genauer erklären: Das Buch ist ermutigend, aber nicht nur motivierend um der Motivation willen. Jenna stellt konkrete Fragen, die helfen sollen herauszufinden, was man wirklich will und was einen vielleicht gerade noch davon abhält. Es gibt Journaling-Prompts zum selbstreflektieren und Anekdoten aus ihrem eigenne Leben, um besser greifen zu können, was sie mit ihren Fragen bezweckt.Â
Ich würde das Buch besonders Frauen empfehlen, die gerade an einem Punkt stehen, an dem sie spüren, dass sich etwas verändern darf. Die einen kleinern Schubs nach vorne wollen. Und die Erinnerung daran brauchen, dass jeder Lebensweg sein eigenes Tempo hat.