All of Me – K.L. Kreig

Wow. Haltet euch gut fest, denn es wird ganz schön spicy! All of Me von K.L. Kreig ist der Beginn einer Dilogie und wartet direkt mit einer spannenden Story und jeder menge Spice auf. Worum es in dem Buch geht und wie ich es finde lest ihr weiter unten. 

Darum geht es in All of Me

Shaw Mercer ist der Inbegriff eines Playboys: Reich, gutaussehend und ständig eine neue Frau an der Seite. Shaw taumelt von einem Skandal zum nächsten und genau dieses Verhalten könnte seinen Vater die Wahl zum Bürgermeister kosten. Ein neues Image muss her. Dafür engagiert er die Escortdame Willow Blackwell – sie soll für einige Wochen seine feste Freundin spielen und ihm so helfen, die öffentliche Meinung über ihn zu ändern. Die beiden verstricken sich schnell in einem Gespinst an Lügen. Was ist echt und was nur gespielt?

Die Tropes aus All of me sind: Fake Relationship, Sunshine x Grumpy, Forbidden Love, Poor x Rich

Das Buch ist der erste Teil der „Finding me duet“-Reihe von K.L. Kreig. Der zweite und finale Band heißt „All of you“

Details zum Buch

Titel: All of Me
Format:
Paperback & E-Book
Band:
1 von 2
Autor:
K.L. Kreig
Verlag:
LYX
ISBN:
978-3-7363-1109-1
Seitenzahl:
439
Erstveröffentlichung:
27.03.2020
Preis:
14,00 €
Bezugsquelle: 

Meine Meinung zu All of Me

Ich kann meine Meinung zu dem Buch nur nachvollziehbar teilen, wenn ich ausführlich auf den Inhalt eingehe. Diese Rezension erhält daher Spoiler.

Ich liebe SMUT. Ja, wirklich. Die fifty Shades of Grey Bücher habe ich damals verschlungen. Es macht mir nichts aus, wenn es mal detaillierter oder zu unpassenden Zeiten zur Sache geht, wie z.B. auf dem Schlachtfeld. Aber “All of Me”… das ist nochmal ein ganz anderes Kaliber. Ich habe lange überlegt, ob ich das Buch überhaupt rezensieren möchte. Ganz nach dem Motto “wenn du nichts nettes zu sagen hast, einfach mal die Klappe halten”. Und ehrlich gesagt, viel gibt es nicht was ich an diesem Buch mag. Aber ich möchte authentisch sein und meine ehrlichen Meinungen mit euch teilen. Auch, wenn sie negativ ausfallen. 

Fangen wir mit dem positiven an, sollen wir?

Mir gefällt das Cover unglaublich gut und der Titel passt ganz hervorragend zum Inhalt des Buches. Der Klappentext und die Optik des Buches haben mich direkt überzeugt, sodass ich sofort zugeschlagen habe und mich gleich ins Lesevergnügen stürzen wollte. Expectations sky high quasi. Die Geschichte wird jeweils aus der Ich-Perspektive der beiden Protagonisten Shaw Mercer und Willow Blackwell erzählt – wobei es hauptsächlich um Willow geht. Die Charaktere wechseln sich Kapitelweise mit der Erzählung ab und führen die Geschichte jeweils weiter. Das gefällt mir gut, da wir so theoretisch die Chance haben, beide Protagonisten besser kennenzulernen ohne alle Geschehnisse doppelt und dreifach lesen zu müssen.

K.L. Kreig schafft es in All of Me einen absolut spannenden Plot zu schaffen. Achtung, Spoiler: Willows Schwester Violet stirbt plötzlich und unvorhergesehen, offiziell ist es eine Überdosis aber die Indizien passen alle nicht zusammen. Willows Mutter ist nach dem Verlust nie mehr dieselbe. Jahre später erkrankt Willows Mutter auch noch an Alzheimer. Ihr Vater, ein angesehener Biotech-Wissenschaftler forscht an einem Heilmittel, ehe auch er sich urplötzlich das Leben nimmt. Willow schafft es in der Zeit irgendwie stark zu bleiben und für ihre Mutter zu sorgen. Da neben dem Studium und dem Nebenjob als Synchronsprecherin das Geld nicht reicht, arbeitet Willow zusätzlich als Escort-Dame und begleitet reiche Männer auf Events. So lernt sie Shaw kennen, einen jungen einflussreichen Mann, der grade erst eine Firma aufgekauft hat, die an Heilmitteln für Alzheimer arbeitet. Okay, denkt ihr euch bestimmt, das klingt wahnsinnig spannend. Und ja! Ich bin auch absolut begeistert von diesem Plot und der Idee.

Das massive Potential von der Geschichte und die Handlung rund um den spannenden Plot wurde allerdings schon nach den ersten paar Seiten wieder aufgegeben. Die Geschichte spielt ohnehin keine Rolle – die beiden haben nur Sex. Immer. Wieder. Und wenn sie grade nicht miteinander schlafen, denken sie äußerst detailliert daran, dem jeweils anderen die Klamotten vom Leib zu reißen oder lassen die vergangenen Geschehnisse Review passieren. Nichts von dem oben erwähnten spielt im weiteren Verlauf des Buches eine Rolle. Als damals fifty shades of grey raus kam, war der viele Sex und die unrealistische Story, die um ihn herum gewoben wurde, einer der größten Kritikpunkte. Aber hey, da gab es wenigstens eine Story! Ich bin also schon nach den ersten 100 Seiten massiv enttäuscht und überlege das Buch abzubrechen. Aber halte durch.

Mir gefallen Geschichten aus der Ich-Perspektive immer ganz besonders gut, da es mir oftmals leichter fällt mich in die Story fallen zu lassen. Bei „All of Me“ war das leider nicht der Fall. Die beiden Charaktere haben sich durch den Schreibstil nicht abgrenzen lassen, wodurch einige Aussagen auf mich sehr unauthentisch gewirkt haben. Ganz besonders gestört hat mich das bei Shaw. Ich kenne keinen Mann, der erwähnen würde, das der Lippenstift einer Frau exakt den Rot-Ton des Kleides trifft und das die Smokey Eyes ihre Augen genau richtig betonen ohne “nuttig” zu wirken. Aussagen wie diese lassen sich vermehrt finden. Auch gefällt mir die vulgäre Art mit der Willows Lust beschrieben wird nicht. Beschreibungen wie “Pussy”, “Falten”, “dickflüssiger Saft” oder “glitschige Höhle” sind eher abstoßend als spicy. Und irgendwie auch Respektlos. Das so eine Wortwahl von einer weiblichen Autorin stammt, lässt mich kopfschüttelnd zurück. Beim lesen fühle ich mich immer wieder massiv unwohl. Ja, ich schäme mich sogar richtig Fremd. Erinnert ihr euch noch als ihr mit 16 mit euren Eltern einen Film geschaut habt und auf einmal kommt eine endlos lange, detaillierte Sexszene? Oder als eure Eltern mit diesen “Ich war auch mal Jung”-Gesprächen angefangen haben? So! Genau so habe ich mich beim lesen gefühlt. Einfach Unangenehm. 

An dieser Stelle muss ich vermutlich nicht mehr erwähnen, dass es auch den Charakteren total an Tiefe fehlt. Ich tue es aber trotzdem. Wir lernen Willow mit derselben Geschwindigkeit wie Shaw kennen. Da er die ersten 80 % des Buches nur wissen will, wie sie nackt aussieht, erfahren wir also nicht sonderlich viel. Vice Versa. Ich kann daher mit beiden Protagonisten nicht sonderlich warm werden. Ihre Gefühle nicht nachvollziehen. Nein, eigentlich kann ich beide sogar überhaupt nicht leiden.

Die Art wie er darauf versessen, ist eine wildfremde Frau zu dominieren und zu besitzen, wie er ständig unangemeldet vor ihrer Tūr steht und sie von irgendwelchen dunkeln, abgeschirmten Ecken aus beobachtet, ist wirklich besorgniserregend und gruselig. Shaw verlangt ständig mehr von Willow als sie bereit ist zu geben und nötigt sie regelrecht dazu sich ihm zu öffnen – nur damit er noch mehr von ihr besitzen kann.  Freunde oder – Gott bewahre – andere Männer in Ihrer Umgebung strapazieren Shaws Ego so sehr, das er sie vögeln muss, um seine Besitzansprüche geltend zu machen. Big red flag. Aber Willow fühlt sich durch diese Eifersucht natürlich begehrt und … beschützt. Das einzige was Willow an Shaws toxischen Verhalten stört, ist das es vermeintlich bald endet. So nörgelt sie bei jeder Gelegenheit über den Vertrag und das er sie auf jeden Fall verletzen wird, da sie mehr empfindet als vertraglich vorgesehen war. Ihre an Demenz erkrankte Mutter, die schweren Schicksalsschläge oder ihre Freundinnen interessieren sie plötzlich gar nicht mehr. Scheinbar genauso wenig wie ihre Karriere, die ihr zu Beginn des Buches noch wichtig war, oder irgendwelche Prinzipien die sie mal hatte. Sie sagt immer wieder dass sie nicht bereit ist sich zu verlieren, doch rennt sie bereitwillig in die Arme eines Mannes, der schon von der ersten Begegnung an arrogant und unhöflich war und ihre Meinung nicht respektiert hat, um genau das zu tun. Sich verlieren. Außerdem flippt sie ständig wie ein pubertierendes Fangirl wegen den kleinsten zwischenmenschlichen Interaktionen mit Shaw komplett aus. „Oh mein Gott, ihm fällt auf das ich nervös bin. Oh mein Gott er redet mit mir, ich will ihn von Kopf bis Fuß ablecken.“ 

Noch nie fand ich ein Buch so schrecklich. Ich musste mehrmals aufhören beim lesen. Durchatmen, mich abreagieren. Wie ist es möglich einen derart guten Plot so zu vermasseln? So viel verschwendetes Potential. Und dann passiert es. Auf den letzten zehn Seiten wird der Plot wieder aufgegriffen. Die Story wird richtig spannend, nimmt Fahrt auf. Und dann endet das Buch mit dem größten Cliffhanger ever. Ich bin wahnsinnig enttäuscht und werde den zweiten Teil nicht lesen. Ich bin auch verdammt wütend. Die angeteaserte Story ist wirklich so gut und verzwickt, spannend und intrigant. Hätte sich die Autorin mehr auf den Plot konzentriert, statt auf diesen ständigen Sex, hätte das Buch ganz schnell zu einem Jahreshighlight werden können. 
So, sind es für mich leider 0 von 5 Sternen.

Die schönsten Zitate von »All of Me«

Es muss erst ein ganz besonderes Mädchen kommen, um einem Jungen die Augen dafür zu öffnen, was direkt vor ihm steht, Willow. Aber wenn er es merkt, wird er auf Leben und Tod um sie kämpfen und nur für sie. Gib dich nicht zufrieden, bis du diesen Mann findest. 

Lesereihenfolge

  1. All of Me
  2. All of You

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