Kann man als Buchblogger:in Geld verdienen? Jap. Ich verdiene Geld mit diesem Blog.
Warum ich das erzähle? Weil Monetarisierung unter uns Blogger:innen ganz generell so ein komisches Tabuthema ist. Aber erst Recht wenn du Bücher-Content erstellst. Zu groß ist das Geschrei darum. dass du deine Meinung verkaufst und Bücher gegen Geld gut bewertest. (Gleichzeitig ist es ein ebenso großes Thema in unserer Bubble, dass Autor:innen und Verlage nicht für den Wert unserer Arbeit bezahlen wollen und das unfair ist…aber naaaajaa. Das ist etwas für einen anderen Artikel.)
Das gute ist: es gibt viele andere Wege, um mit einem Buchblog Geld zu verdienen, ohne das du dafür ein Buch bewerten müsstest.
Ich blogge seit 2009, habe 2023 buchtrunken gestartet und nach wenigen Wochen erste Einnahmen erzielt. Außerdem arbeite ich seit 2016 im Marketing. Ich kann dir also ein bisschen was über bloggen und insbesondere Monetarisierung erzählen. Und das mach ich jetzt auch, weil Gatekeeping scheiße ist. Und ich selbst gewünscht hätte, jemand hätte mir früher einfach mal eine Anleitung dafür gegeben.
Überblick: Es gibt neun Wege um mit deinem Blog Geld zu verdienen
Diese neun Wege gibt es, um mit einem Buchblog oder einer Autorenplattform Geld zu verdienen:
- VG Wort – jährliche Tantiemen für deine Texte (bei mir der stärkste Kanal)
- Affiliate Marketing – Provisionen für empfohlene Bücher und Produkte
- Display Ads – Werbebanner
- Kooperationen & Sponsored Content – bezahlte Beiträge mit Verlagen und Marken
- Lizenzierung & Nutzungsrechte – deine Texte und Fotos gegen Gebühr weiternutzen lassen
- Digitale Produkte – E-Books, Vorlagen, Kurse
- Services & Freelancing – Lektorat, Beta-Reading, Klappentexte, Coaching
- Abos & Paid Newsletter – wiederkehrendes Einkommen über zahlende Leser:innen
- Spenden & Ko-fi – freiwillige Unterstützung von deiner Community
Und direkt ein Tipp: Du solltest dich nie nu auf eine Sache aus dieser Liste verlassen, sondern immer mehrere Einnahmequellen miteinander kombinieren.
1. VG Wort – der unterschätzte Kanal (meine größten Einnahmen)
Was es ist: VG Wort ist die deutsche Verwertungsgesellschaft für Urheber- und Leistungsschutzrechte. Wenn du einen Blog mit eigenen Texten betreibst, hast du ein Recht auf Tantiemen für deine Artikel. Das gilt aber in der Regel nur, wenn du deine Texte selbst schreibst und sie nicht von KI erstellt werden.
Wie es funktioniert: Du meldest dich kostenlos an, baust in jeden Artikel einen sogenannten Zählpixel ein (ein unsichtbares Zählbild), und einmal im Jahr werden dann, für alle Texte die eine Mindestzeichenzahl erreicht haben und von genug Menschen gelesen wurden, Tantiemen ausgeschüttet.
Was es bringt: Je nach Kalenderjahr etwa 20–40 € pro entsprechend qualifiziertem Artikel. Klingt wenig, aber als Buchblogger:in schreibst du ständig: Jede ausführliche Rezension, jeder Guide, jede Leseliste ist ein potenzieller Zählpixel. Bei einem Blog mit vielen Beiträgen summiert sich das richtig.
Das ist vermutlich auch die Variante die man am ehesten „passiv“ nennen kann. Ja, du schreibst einmal einen Artikel (den du ohnehin geschrieben hättest) aber er kann danach über mehrere Jahre Geld einbringen.
Haken: Auf Substack und ähnlichen Plattformen kannst du den Zählpixel aktuell nicht einbinden. Für mich ist war das ein wichtiger Grund Buchtrunken auf meiner eigenen Website zu hosten.
Zeitrahmen: Sofort anmeldbar, erste Ausschüttung nach ca. 12 Monaten. Ab ~3.000 monatlichen Besucher:innen lohnt es sich.
2. Affiliate Marketing – Geld für Empfehlungen
Was es ist: Du verlinkst ein Produkt mit einem speziellen (Affiliate-)Link. Sobald jemand darüber kauft bekommst du eine Provision. Deine Leser:innen zahlen aber nicht mehr für die Produkte. Das siehst du zum Beispiel ganz oft auf YouTube in der Videobeschreibung.
Warum es für Buchblogs passt: Du empfiehlst ohnehin ständig Bücher. Über Buchhandels-Partnerprogramme (Genialokal, Buch7, Thalia, teils Amazon) wird aus dieser Empfehlung eine kleine Einnahme. Dazu kommt, was deine Leser:innen sowieso suchen: E-Reader, Leseleuchten, Buchständer, Notizbücher, Schreibsoftware, Hörbuch-Abos. Eine Rezension, die heute live geht, kann in zwei Jahren noch Provisionen bringen.
Auf das rechtliche achten: Affiliate-Links müssen als solche gekennzeichnet werden. Und zwar immer und sichtbar. Es muss also klar dazu gesagt werden, dass es sich bei dem Link um Werbung bzw. einen Affiliate-Link handelt. Deine Leser:innen dürfen nie das Gefühl haben, dass du ihnen etwas unterschiebst.
Zeitrahmen: 2–6 Monate bis zu ersten Provisionen, abhängig von Traffic und Nische. Die Provision liegt meist im niedrigen einstelligen Bereich und wird oft auf Basis des Warenkorbs der Person ausgerechnet, die über den Link kauft. Das heißt, es lohnt sich erst dann so richtig, wenn viele Personen über den Link kaufen oder die eingekauften Produkte teuer sind.
3. Display Ads – Geld für Seitenaufrufe
Was es ist: Die Werbebanner in der Sidebar, zwischen den Absätzen oder als Pop-up. Du wirst pro Impression bezahlt – je mehr Traffic, desto mehr Geld. Also im Grunde das, was du von Buchtrunken bis vor kurzem noch sehr gut kanntest!
Was realistisch drin ist: Der Verdienst hängt am RPM („Revenue per Mille“, also Einnahmen pro 1.000 Impressionen). Bei Finanzen und Technik sind 10–30 € möglich, bei Lifestyle und Food 2–7 €, bei Entertainment und News oft nur 0,50–3 €. Ein Buchblog liegt dazwischen: Bei Buchtrunken schwankt der RPM zwischen 0,35 und 5 €, je nachdem, auf welchem Artikel die Anzeigen ausgespielt werden, wie viele Leser:innen in den letzten Tagen auf meiner Seite waren, wie häufig meine Besucher auf die Ads klicken und einige anderer Kriterien.
Die Netzwerke: Der bekannteste Anbieter für Display Ads ist Google AdSence. Die Aufnahmekriterien sind auch sehr einfach zu erfüllen und richten sich insbesondere an der Qualität des Contents. Ich konnte Buchtrunken bereits nach den 4 Wochen als Werbetreibenden registrieren. Google AdSense zahlt dafür aber auch meist so wenig, dass es sich kaum rechnet (außerdem erfolgt die Auszahlung immer erst ab einem Schwellenwert von 60 € und auch nur einmal im Monat). Wer ernsthaft mit Display Ads Geld verdienen will, braucht einen Anbieter wie Mediavine oder Raptive. Die zahlen deutlich mehr, jedoch muss man sich bei diesen Plattformen bewerben und entsprechende Kriterien erfüllen. Zum Beispiel musst du mindestens 50.000 Sitzungen im Monat nachweisen. Mit Journey by Mediavine gibt es eine Option ab 10.000 monatlichen Aufrufen, dafür bei schlechterer Anzeigenqualität. Ich selbst habe mit Joruney noch keine Erfahrung, es soll aber hinsichtlich Verdienstmöglichkeiten ähnlich wie AdSense von Google sein.
Ehrlich für Buchblogs: Rezensionen bringen viel Traffic, aber wenig Werbewert pro Klick. Ads sind hier selten der Kanal, der dich trägt. Außerdem hast du keine Kontrolle darüber welche Werbung auf deinem Blog eingeblendet wird. Google Adsense testet darüber hinaus extrem viel automatisch und passt oft ohne dein Wissen die Anzahl der Werbeanzeigen pro Seite an. Bei Buchtrunken musste ich irgendwann täglich automatische Tests ausschalten, die meinen Blog mit Anzeigen nur so überflutet haben. In meinen Analytics konnte ich zeitgleich einen Rückgang meiner Leserschaft verzeichnen. Wahrscheinlich waren die einfach von den vielen Ads genervt. Und ich auch. Ich habe es abgeschaltet und generiere keine Einnahmen mehr über Adsense.
Zeitrahmen: Das kommt total auf deinen Traffic an. Ich konnte nach 4 Wochen bereits Einnahmen generieren, weil Buchtrunken extrem schnell gewachsen ist. Als Faustregel hört man auch oft 6–18 Monate bis zu ersten nennenswerten Einnahmen.
4. Kooperationen & Sponsored Content – direktes Geld pro Artikel
Was es ist: Ein Verlag oder eine Marke zahlt dir dafür, dass du über sie schreibst oder ihr Produkt einbaust.
Wie es auf einem Buchblog aussieht: Das können vereinzelt auch zusätzlich vergütete Rezensionsexemplare sein, in der Regel zahlen Verlage jedoch grade dafür nicht. Oft finden bezahlte Kooperationen daher in Form von Autoren-Interviews oder dem Vorstellen von neuen Verlagen statt. Manchmal sind es auch Dinge wie Blogtouren oder das eine Schreib-App, ein Buchbox-Anbieter oder ähnliches auf dich zukommt und von dir einen bezahlten Beitrag will. Ich selbst hatte zum Beispiel mit Bookbot bereits eine Kooperation und weiß daher, das sie offen für sowas sind.
Was mir bei diesem Weg wichtig ist: Deine Glaubwürdigkeit ist dein einziges Kapital. Und der einzige Grund auf einem Buchblog, warum Leser:innen regelmäßig zurückkommen. Ein Rezensionsexemplar verpflichtet dich nicht zu einer guten Bewertung (ganz egal ob du dafür zusätzlich Geld bekommst oder nicht), und ein bezahlter Beitrag nicht dazu, deine Meinung zu verbiegen. Und: meiner Erfahrung nach sind Verlage und Autor:innen auch gar nicht böse, wenn du mal eine nicht ganz so gute Rezension abgibst, solange du sie gut begründen kannst. Ich selbst habe zum Beispiel dieses (selbstgekaufte) Buch wirklich negativ bewertet, die Rezension pro aktivm dem Verlag (der nicht gut weg kommt) eingereicht und erhalte noch immer kostenlose Rezensionsexemplare von ihnen. It’s okay to have balls!
Und noch ein Hinweis von der kleinen Marketing-Maus in mir: Du solltest gesponserte Links unbedingt immer als „nofollow“ markieren, sonst riskierst du deine Google-Rankings.
Zeitrahmen: Das hängt gar nicht mal so sehr von deinem Traffic ab, aber sehr stark von der Sichtbarkeit deines Blogs.
5. Lizenzierung & Nutzungsrechte – deine Inhalte haben einen Wert
Was es ist: Deine Texte, Fotos und Rezensionen gehören dir. Manchmal will jemand genau diese Inhalte für sich nutzen und dann darfst du dafür durchaus Geld verlangen.
Ich wurde mal von einem Verlag gefragt, ob sie ein Zitat aus einer meiner Rezensionen für ihre Marketingkampagne verwenden dürfen. Es sollte mit einer Banderolle auf das Cover von dem entsprechenden Buch aufgebracht werden. Meine Meinung in der Filiale als Verkaufstreiber! In solchen Fällen, wenn du klar als Marketing-Bestandteil für andere herhalten sollst, darfst du auch Nutzungsrechte verlangen.
Meine Faustregel: Nur weil du kannst, heißt es nicht, dass du auch musst. Ich wäge ab: Bringt es mir etwas, wenn diese Person meine Inhalte nutzt? Und bringt es mir sogar Vorteile, wenn ich es kostenlos mache. Reichweite, Sichtbarkeit, mein Name auf einem Buch, das tausende Leute in der Hand halten? In dem oben genannten Fall hätte ich kein Geld verlangt.
Übrigens: Diese Chance damals habe ich verstreichen lassen. Weil ich nicht wusste, wie ich damit umgehen soll. Keine Pressebilder, ungefähr 80 andere Ausreden (aka: ich war unsicher). Und das ärgert mich bis heute. Das hätte meinem Buchblog enorm viel Autorität gebracht. Daher hier ein kleiner reminder: Es ist voll okay mit anderen Zusammenzuarbeiten. Es ist okay mit deinem Blog Geld zu verdienen. Und es ist okay, deinen Blog sichtbar zu machen (auch wenn es „nur so ein Hobby“ ist)
Was ich dir sagen will: Handle nicht aus Geldgeilheit, wenn es sich auch kostenlos lohnen würde. Aber bitte, mach es besser als ich und hab keine falsche Scham. Wenn ein Verlag deine Worte aufs Cover drucken will, ist das ein Kompliment mit wahnsinniger Hebelwirkung.
Zeitrahmen: Unregelmäßig, abhängig davon, wie sichtbar und relevant deine Inhalte sind.
6. Digitale Produkte – die Stellschraube für die meisten Einnahmen
Was es ist: E-Books, Vorlagen, Kurse, Memberships you name it.
Was für Schreibende funktioniert: ein Reading Journal als PDF, Plot- und Charakter-Vorlagen, ein Mini-Kurs „Rezensionen schreiben, die gelesen werden“, eine Notion-Vorlage für den eigenen Buchblog, ein E-Book über das erste Jahr Buchbloggen. Oder wie in meinem Fall: Ein Buchbudget-Tracker, für alle die zu viel Geld für Bücher ausgeben. Also im Kern geht es um Dinge, die deine Zielgruppe ohnehin sucht.
Die Hürde: Du brauchst eine Audience, die dir vertraut, ein Produkt mit echtem Mehrwert und ein System zum Verkaufen. Und auch so Sprüche wie „Einmal erstellt, für immer verkauft“ stimmen nicht ganz. Produkte wollen aktualisiert und beworben werden. Passiv sind solche Einnahmen also nicht.
Zeitrahmen: Kommt total auf das Produkt an. Ein einfaches PDF kannst du an einem Wochenende zaubern, für einen Kurs brauchst du eher 3–6 Monate von der Idee bis zum fertigen Produkt + 6–12 Monate bis zu nennenswerten Verkäufen (wenn du nicht schon eine große kaufbereite Audience mitbringst)
7. Services, Beratung & Freelancing – schnelles Geld, keine Skalierung
Was es ist: Du verkaufst dein Wissen bzw. deine Skills direkt. Zum Beispiel in Form von Beratungsdienstleistungen, freiberuflichem schreiben, lektorieren etc.
Dein Werkzeugkasten als Schreibende:r: Lektorat und Korrektorat, Beta-Reading, Klappentexte, Social-Media-Texte für Verlage oder Autor:innen, Rezensionscoaching, Hilfe beim Aufbau eines Autoren-Newsletters. Wenn du ohnehin selbst viel schreibst (was du als Blogger:in ja in der Regel tust) hast du hier ziemlich viele Möglichkeiten, wie du nebenher Geld verdienen kannst.
Vorteil: Kein Traffic nötig, und dein Blog schafft schon Vertrauen. Die Leute sehen ja, wie du schreibst. Nachteil: Du tauschst Zeit gegen Geld, und Zeit ist begrenzt. Dein Blog ist also nur das Sprungbrett, welches dir Bekanntheit und Chancen für selbstständige Arbeit verschafft aber nicht die Einnahmequelle selbst. Du musst in der Regel trotzdem auch proaktiv auf Leute zugehen und dich als Freelancer anbieten.
Zeitrahmen: 1–2 Monate bis zu ersten Kund:innen, wenn der Blog bereits existiert.
8. Abos & Paid Newsletter – wiederkehrendes Einkommen
Was es ist: Zahlende Abonnent:innen statt einmaliger Verkäufe. Über Substack, einen eigenen Newsletter, Patreon oder Steady.
Was für Schreibende geht: exklusive Rezensionen vorab, ein monatlicher Leseclub, Kapitel eines eigenen Romans im Fortsetzungsformat, Einblicke in den Schreibprozess, eine Community rund um ein Genre. Die Leute kaufen nicht nur Inhalte, sondern Zugang zu dir.
Der Haken: Du brauchst Menschen, die dir genug vertrauen, um zu zahlen. Für Nischen mit echter Leidenschaft dahinter kann das richtig gut funktionieren. (Ich denke gelegentlich darüber nach, das selbst auszuprobieren.)
Zeitrahmen: 2–6 Monate bis zu ersten zahlenden Abonnent:innen, kommt ein bisschen drauf an, ob es sich lohnt für deine Inhalte und deren Qualität zu zahlen und wie gut du deine Community eben dafür begeistern kannst es auch zu tun.
9. Spenden & Ko-fi – das flexible Trinkgeld
Was es ist: Freiwillige Unterstützung über Ko-fi, Buy Me a Coffee oder einen PayPal-Link.
Wann es sich lohnt: Gerade bei Guides – Lesereihenfolgen, Tandem-Read-Übersichten, Buchmessen-Packlisten – kommt mehr zusammen, als man denkt. Ich binde zum Beispiel in meine Zusammenfassungen immer einen Link zu meinem Kofi ein und bitte meine Audience mir ein RedBull auszugeben, wenn sie meinen Inhalt mochten oder er ihnen weitergeholfen hat. Die Hürde für Leser:innen ist außerdem niedriger, weil es sich um einen sehr kleinen und einmaligen Betrag handelt.
Reich wird dich das daher nicht machen und skalierbar ist es auch nicht wirklich. Aber es ist ein Signal von deinen Leser:Innen, dass dein Content einen Wert hat. Und ganz ehrlich? Es ist ein unglaublich schönes Gefühl, wenn du eine Mail bekommst, weil ein völlig Fremder dir grade ein RedBull ausgegeben hat.
Zeitrahmen: Sofort umsetzbar, erste Unterstützung kann in der ersten Woche kommen. Es eignet sich jedoch nicht gut als regelmäßige Einnahmequelle sondern wirklich eher als zusätzliches Trinkgeld.
Der richtige Mix entscheidet
Welche Einnahmequelle die einzig Wahre ist, will ich gar nicht beurteilen. Jeder Blog ist anders, jede Nische, jede Lebensrealität dahinter.
Was ich dir sagen kann: Setz nicht alles auf eine Karte. Wer nur auf Ads setzt, ist abhängig von Traffic. Wer nur auf Kooperationen setzt, ist abhängig von Anfragen. Wer nur Affiliate macht, ist abhängig davon, dass technisch alles klappt und wirklich über den Link gekauft wird.
Mein Mix bei Buchtrunken gerade:
- VG Wort als Basis – passiv, zuverlässig
- Affiliate Marketing als Hauptkanal
- Kooperationen mit Verlagen als Bonus
Alles andere teste ich nach und nach – und schreibe hier ehrlich darüber, was klappt und was nicht.
Die 9 Wege im direkten Vergleich
| Weg | Einnahmequelle | Traffic nötig? | Setup-Zeit | Skalierbarkeit |
|---|---|---|---|---|
| VG Wort | Urheber-Tantiemen | Ab ~3.000/Monat | Mittel | Automatisch |
| Affiliate Marketing | Provisionen bei Verkauf | Nein (hilft aber) | Mittel | Hoch |
| Display Ads | Pro Seitenaufruf | Ja (50k+ für gute Netzwerke) | Hoch | Hoch |
| Kooperationen | Pauschale pro Artikel | Nein (Glaubwürdigkeit zählt) | Variabel | Mittel |
| Lizenzierung | Nutzungsgebühren | Nein | Niedrig | Niedrig |
| Digitale Produkte | Kurs, E-Book, Vorlage | Nein | Sehr hoch | Sehr hoch |
| Services & Freelance | Lektorat, Coaching, Texte | Nein | Niedrig | Niedrig |
| Abos & Paid Newsletter | Monatliche/jährliche Gebühr | Nein | Mittel | Hoch |
| Ko-fi & Spenden | Freiwillige Unterstützung | Nein, aber eine Community sollte vorhanden sein | Niedrig | Niedrig |
Kann man mit einem Buchblog überhaupt Geld verdienen?
Ja, du kannst mit einem Buchblog Geld verdienen. Realistisch reden wir am Anfang aber von wenigen Euro bis niedrigen dreistelligen Beträgen im Monat. Nicht von einem Vollzeitgehalt. Buchblogs bringen viel Traffic über Rezensionen und Leselisten, aber der Werbewert pro Besucher:in ist niedriger als in Nischen wie Finanzen oder Technik. Das heißt du verdienst in anderen Nischen mit gleicher Besucherzahl in der Regel deutlich mehr.
Das Schöne: Als Buchblogger:in schreibst du sowieso ständig lange, originelle Texte und genau das ist die Grundlage für die Kanäle, die am zuverlässigsten zahlen (VG Wort und Affiliate).
Was du brauchst, bevor sich Monetarisierung lohnt
- Regelmäßiger Traffic: Ab ca. 3.000 monatlichen Besucher:innen wird VG Wort interessant, ab ca. 10.000 lohnen sich Affiliate und kleine Ad-Netzwerke spürbar.
- Vertrauen: Deine Glaubwürdigkeit ist dein einziges Kapital. Sie trägt jede Empfehlung und jedes Produkt. Und genau deswegen kennzeichnen wir Rezensionsexemplare und verkaufen keine guten Bewertungen.
- Rechtliche Sauberkeit: Affiliate- und Werbelinks sowie Rezensionsexemplare kennzeichnen, gesponserte Links auf „nofollow“ setzen, ein Impressum haben.
- Geduld: Die meisten Kanäle brauchen 6–18 Monate, bis sie nennenswert etwas abwerfen.
Häufige Fragen wenn du mit einem Blog Geld verdienen willst (FAQ)
Wie viele Leser:innen braucht ein Buchblog, um Geld zu verdienen?
Für VG Wort lohnt es sich ab ca. 3.000 monatlichen Besucher:innen. Affiliate Marketing funktioniert ab ca. 5.000–10.000 Aufrufen spürbar. Für gute Display-Ad-Netzwerke wie Mediavine brauchst du 50.000 Sitzungen im Monat. Kooperationen und Services hängen weniger an Zahlen als an Glaubwürdigkeit und deiner Leserschaft.
Was ist der beste Weg, mit einem Buchblog Geld zu verdienen?
Es gibt keinen einzelnen besten Weg. Der Mix zählt. Für die meisten deutschsprachigen Buchblogs ist die Kombination aus VG Wort, Affiliate Marketing und Verlagskooperationen am realistischsten. VG Wort wird oft übersehen, obwohl es bei textlastigen Blogs am zuverlässigsten zahlt.
Wie viel verdient man mit einem Buchblog?
Am Anfang meist niedrige zwei- bis dreistellige Beträge im Monat. Ein Buchblog wie buchtrunken.de mit rund 55.000 Leser:innen im Jahr kann laufende Kosten wie Hosting, Plugins und Bücher decken und darüber hinaus etwas abwerfen. Ein Vollzeiteinkommen ist aber die Ausnahme und braucht in der Regel zusätzliche Produkte oder Services.
Lohnt sich VG Wort für kleine Blogs?
Ja, sobald einzelne Artikel regelmäßig gelesen werden. Die Anmeldung ist kostenlos, der Aufwand pro Artikel gering (ein Zählpixel einbauen), und die Einnahmen sind komplett passiv. Je mehr qualifizierte Texte du hast, desto mehr lohnt es sich.
Kann man mit einem Buchblog auf Substack Geld verdienen?
Teilweise. Paid Subscriptions, Affiliate-Links und Spenden funktionieren dort. VG Wort dagegen nicht, weil sich der Zählpixel aktuell nicht einbinden lässt. Wer VG Wort mitnehmen will, braucht die sachlichen Longform-Texte auf einer eigenen Website.
Muss ich Einnahmen aus dem Blog versteuern?
Ja. Einnahmen aus Werbung, Affiliate, VG Wort und Kooperationen sind steuerpflichtig, und je nach Umfang brauchst du ein Gewerbe. Sobald regelmäßig Geld reinkommt, sprich mit einer Steuerberatung. Wichtig: das ist keine rechtliche Beratung, sondern ein dringender Tipp.
Verdienst du schon etwas mit deinem Blog?
Oder stehst du noch ganz am Anfang? Erzähl’s mir in den Kommentaren. Ich bin wirklich neugierig, wie das bei anderen Schreibenden aussieht. Übrigens, wenn du mehr über Marketing von mir lesen willst, kannst du dir auch meinen Substack-Newsletter anschauen. Da dreht sich alles um Content-Marketing, Community-Building und Auffindbarkeit trotz Algorithmen. Wenn ich hier mehr über bloggen schreiben soll, lass es mich ebenfalls in den Kommentaren wissen.


